Laboratory test
Prüfung der Atmungsaktivität des Bettes beim Ergonomie Institut in München. Bild: Tobias Meyer

Testprotokoll Betten

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Die Labortests, die dem Qualitätssiegel Testfakta Verified Quality and Performance™ zugrunde liegen, werden durch das schwedische technische Forschungsinstitut SP in Borås und das EIM Ergonomie Institut München vorgenommen.

Zu den Tests gehören die Teilbereiche Ergonomie/Komfort (EIM) und Robustheit, Haltbarkeit/Strapazierfähigkeit (SP).

 

A. Ergonomie-/Komforttest (EIM)

1. Prüfung der Federungseigenschaften des Bettes (Elastizität)

2. Prüfung der Eigenschaften zur Druckverteilung des Bettes (Kontaktdruck)

3. Prüfung der Elastizität des Bettes und des Stützverhaltens für die Schulterpartie

4. Prüfung der Elastizität des Bettes und des Stützverhaltens für den Körper insgesamt

5. Prüfung der Atmungsaktivität des Bettes

6. Prüfung der Eigenschaften zur Wärmeisolierung des Bettes

 

Sämtliche Teilprüfungen ausgenommen A5 und A6 werden sowohl mit als auch ohne Topper durchgeführt. Die Teilprüfungen A3 und A4 erfolgen für drei unterschiedliche Körperformen: kleine/leichte Person (entspricht etwa 155 cm/50–55 kg), mittelgroße/mittelschwere Person (entspricht etwa 175 cm/70–75 kg) und große/schwere Person (entspricht etwa 185 cm/85–90 kg).

 

A1
Die Federungseigenschaften geben an, wie hart oder weich die Bettfederung ausfällt und wie sehr sich das Bett an die druckstärksten (schwersten) Kontaktpunkte des Körpers anpasst. Die Messungen erfolgen in den Bettzonen für Schulter, Hüfte, Lendenwirbelsäule und Ferse in drei unterschiedlichen Druckstärken (100 N, 200 N und 300 N). Das Ergebnis wird als Mittelwert der Nachgiebigkeit in mm angegeben.

A2
Die Druckverteilung gibt an, wie gut die Matratze an einer bestimmten Körperstelle für Druckverteilung und Entlastung sorgt. Für diesen Wert sind sowohl die Liegefläche (Überzug) der Matratze (des Toppers oder des Unterbettes) und das direkt darunter liegende Material (Polsterung) sowie der Kern und die Federung des Bettes in Verbindung mit dem darüber liegenden Material verantwortlich. Die Messung erfolgt in den Bettzonen für Schulter, Hüfte, Lendenwirbelsäule und Ferse und wird als Mittelwert in N/cm angegeben.

A3
Die Elastizität und das Stützverhalten für die Schulterpartie geben an, wie sehr das Bett im Schulterbereich nachgibt. Bei Seitenschläfern soll die Federung unter der Schulterpartie ausreichend nachgeben, damit die Schulter in die Matratze sinken kann und so die Wirbelsäule zwischen Lendenbereich und Nacken gerade bleibt. In Rückenlage soll die Federung ausreichend stützen, damit der Schulterbereich/der obere Rückenbereich nicht zu weit einsinkt und dadurch die Wirbelsäule im oberen Bereich (Nacken) abknickt.
Der Test wird mit zwei unterschiedlichen Prüfstempeln durchgeführt: einem für die Rückenlage mit einer Kontaktfläche von 400 x 200 mm und einem für die Seitenlage mit einer Kontaktfläche von 200 x 100 mm. Die Prüfstempel werden mit unterschiedlichem Druck belastet, um drei verschiedene Körperformen zu simulieren (100 N für eine kleine/leichte Person, 200 N für eine mittelgroße/mittelschwere Person und 250 N für eine große/schwere Person). Der Messwert wird in mm Nachgiebigkeit angegeben.

A4
Die Elastizität und das Stützverhalten für den Körper geben das Stützverhalten der Federung für die natürliche S-Form der Wirbelsäule an. In Rückenlage soll die Federung die einzelnen Körperbereiche (Stützfunktion für den Lordosenbereich, Anpassungsfähigkeit/Stützfunktion für Becken/Gesäß und Schulter) richtig stützen, damit die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form gelagert wird. Der Test wird mit einem Prüfstempel durchgeführt, der die Körperkontur vom Gesäß bis zum Nacken nachbildet (Länge 600 mm, Breite 250 mm mit einer Lordosekrümmung von ca. 25 mm). Die Prüfstempel werden mit unterschiedlichem Druck belastet, um drei verschiedene Körperformen zu simulieren (350 N für eine kleine/leichte Person, 450 N für eine mittelgroße/mittelschwere Person und 500 N für eine große/schwere Person). Der Messwert gibt das Stützverhalten für den Lordosenbereich in Newton an.

A5
Die Atmungsaktivität des Bettes gibt an, wie gut das Bett Feuchtigkeit/Schweiß vom Körper ableitet. Die Atmungsaktivität wird mithilfe eines Dummys getestet, der die Feuchtigkeits-/Schweißabsonderung des menschlichen Körpers im Schlaf nachbildet. Der Dummy wird mit einer Standarddecke zugedeckt. Die Messungen erfolgen kontinuierlich über einen Zeitraum von 7 Stunden bei einer Raumtemperatur von 21 Grad Celsius. Die Atmungsaktivität wird anhand des Messwertes nach 7 Stunden ermittelt und in relativer Feuchtigkeit (Prozent) angegeben.

A6
Die wärmeisolierenden Eigenschaften des Bettes geben an, wie gut das Bett die Körperwärme hält. Die isolierenden Eigenschaften werden mithilfe eines Dummys getestet, der die Temperatur des menschlichen Körpers im Schlaf nachbildet. Der Dummy wird mit einer Standarddecke zugedeckt. Die Messungen erfolgen kontinuierlich über einen Zeitraum von 7 Stunden bei einer Raumtemperatur von 21 Grad Celsius. Die isolierenden Eigenschaften werden anhand des Messwertes nach 7 Stunden ermittelt und in Grad Celsius angegeben.

 

B. Test der Robustheit und Haltbarkeit/Strapazierfähigkeit (SP)

1.Belastungstest der Federungseigenschaften

2. Belastungstest von Matratze, Unterbett und Gestell

3. Belastungstest der Bettseite

4. Stoßprüfung von Matratze, Unterbett und Gestell

5. Belastungstest der Verstellmechanik und der Antriebe

6. Statische Belastung in hochgestellter Position

7. Stoßprüfung in hochgestellter Position

 

B1

Die Strapazierfähigkeit der Federung wird getestet, indem die Betten 45.000 Mal mit einer 140 kg schweren Walze überrollt werden. Der Belastungstest entspricht der normalen Nutzung eines Bettes über einen Zeitraum von ca. 10–12 Jahren.

 B2
Die Strapazierfähigkeit von Matratze, Unterbett und Gestell wird getestet, indem die Betten 20.000 Mal einer Druckbelastung von 1.000 Newton ausgesetzt werden. Die Druckbelastung erfolgt in der Bettmitte sowie an den Schmal- und Längsseiten.
Nach den Belastungstests der Federungseigenschaften, der Matratze, des Unterbetts und des Gestells werden der Höhenverlust (Verformung in mm) und die Veränderung des Härtegrades (Federungseigenschaften auf einer 10-stufigen Skala) gemessen. Die Messungen der Verformung erfolgen nach einer gewissen Ruhezeit des Bettes (5 Stunden nach abgeschlossenem Belastungstest).

 B3
Beim Belastungstest der Bettseite werden beide Längsseiten des Bettes 25.000 Mal einer Druckbelastung von 1.000 Newton ausgesetzt. Der Test simuliert die Belastung des Bettes beim Sitzen auf der Kante.  Nach dem Belastungstest der Bettseite wird der Höhenverlust (Verformung) an den Seiten des Bettes gemessen.

 B4
Bei der Stoßprüfung von Matratze, Unterbett und Gestell werden höhere Belastungen simuliert, die beispielsweise entstehen, wenn Kinder auf dem Bett herumhüpfen. Im Test fällt ein Gewicht von 35 kg aus 30 cm Höhe auf 6 verschiedene Stellen im Bett, und zwar 10 Mal an jeder Stelle.
Sind die Belastungs- und Haltbarkeitstests abgeschlossen, werden die Betten zerlegt und auf Beschädigungen an Federn/Latten und Taschen, Zwischenschichten (Schaumschicht über Federkern), Bettrahmen oder Bodenleisten untersucht.

 

B5–B7

1. Das Kopfteil wird 15 cm, das Fußteil 10 cm hochgestellt.

2. Statische Belastung von 90 kg während 10 Sekunden. 10 Mal für jede Ecke + 10 Mal an der Knickstelle. Die Belastung wird in 20 cm diagonalem Abstand von der jeweiligen Ecke und in 20 cm Abstand von der jeweiligen Längsseite an der Knickstelle ausgeführt. Die statische Belastung entspricht der Belastung durch eine schwerere Person, die sich auf das Bett setzt.

3. Kantenprüfung (90 kg) an denselben Punkten wie bei der statischen Belastung (500 Mal Druckbelastung in der jeweiligen Ecke + 500 Mal Druckbelastung an der jeweiligen Seite der Knickstelle). Die Belastung entspricht einer Person von 90 kg, die sich auf das Bett setzt.

4. Funktionsprüfung nach abgeschlossenem Bettentest.

5. Belastungstest, bei dem das Bett an Kopf- und Fußteil 1.000 Mal hoch- und heruntergestellt wird. Die Matratze wird einer Belastung ausgesetzt, die einer 120 kg schweren Person entspricht.

6. Wiederholung der statischen Belastung, der Kantenprüfung und der anschließenden Funktionsprüfung gemäß Punkt 1 bis 4 oben.

 

Gewichtung und Benotung der Testergebnisse

Die Ergebnisse der einzelnen Teilbereiche werden auf einer Skala von 1–5 bewertet (5,0 = sehr gut, 3,0 = befriedigend). Die Benotung und Gewichtung der einzelnen Teilergebnisse erfolgen in Absprache mit den Testlabors.

Die Noten in den einzelnen Teilbereichen fließen gemäß folgender Gewichtung in die Gesamtnote ein:

 

A. Ergonomie und Komfort 60 %

Mit Topper 50 %

  • Druckverteilung 33 %
  • Elastizität und Stützverhalten für die Schulterpartie 33 %
  • Elastizität und Stützverhalten für den Körper insgesamt 33 %

Ohne Topper 25 %

  • Elastizität und Stützverhalten für die Schulterpartie 50 %
  • Elastizität und Stützverhalten für den Körper insgesamt 50 %

Atmungsaktivität 50 %

 

B. Robustheit und Haltbarkeit/Strapazierfähigkeit von Matratze und Unterbett 40 %

Rahmenbetten, Boxspringbetten und Matratzen ohne Rahmen (40 %)

  • Verformung 25 %
  • Veränderung des Härtegrads 25 %
  • Beschädigungen nach Belastungstest und Stoßprüfung 50 %

Verstellbare Betten (60 %)

  • Antriebe 40 %
  • Verformung in verstellbaren Bereichen 60 %

Um die Anforderungen für Testfakta Verified Quality & Performance™ zu erfüllen, muss das getestete Bett folgende Noten erzielen:

  • Eine Gesamtnote (Gesamtnote für Teilbereiche A und B) von mindestens 4,0.
  • Note für ergonomische Eigenschaften von mindestens 4,0.
  • Keine Teilnote unter 3,0.
Photo: Tobias Meyer

Bild: Tobias Meyer

 

 

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Bild: Tobias Meyer

 

 

Photo: Tobias Meyer

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Bild: Tobias Meyer

 

 

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Bild: Anna Sigge

 

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Bild: Anna Sigge

 

 

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Bild: Anna Sigge

Photo: Tobias Meyer

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