Test der Sperren und Sicherheitssysteme. Foto: Anna Sigge

Unterschiedliche Leistung und Sicherheit

Test von Testfakta: Die Verbrennungstoiletten von Cinderella verbrennen Exkremente am besten und am sichersten. Drei Konkurrenzprodukte fallen in puncto Sicherheit mehr oder weniger durch. Der Ausdruck „Feuer unterm Hintern“ bekommt so plötzlich eine ganz wörtliche Bedeutung.

Die elektrische Verbrennungstoilette wird bei Ferienhausbesitzern als Alternative zum Außenklo und anderen Systemen mit biologischer Kompostierung immer beliebter. Die Verbrennungstoilette benötigt keine Wasserversorgung. Harn und Kot werden bei hohen Temperaturen (etwa 600 °C) zu Asche verbrannt. Die völlig geruchsfreie Asche wird in einem Behälter aufgefangen und kann zum Beispiel im Garten als Dünger verteilt werden.

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Testfakta Research führte im Auftrag von Fritidstoa einen Vergleichstest an elektrischen Verbrennungstoiletten im Labor durch. Bei dem Test sollten Benutzerfreundlichkeit, Leistung und Sicherheit des Modells Cinderella Comfort von Fritidstoa mit drei Konkurrenzprodukten auf dem schwedischen Markt verglichen werden. Der Labortest wurde von SMP Svensk Maskinprovning in Alnarp (Skåne, Schweden) durchgeführt und bestand aus drei Bereichen: Handhabung, Leistung und Sicherheit.
Bei der Handhabung wurden unter anderem die Aufbauanleitungen der Hersteller, das Einsetzen des Auffangbeutels und die Erreichbarkeit und Leerung des Aschebehälters bewertet.

Nach Ansicht des Labors sollte man den Aufbau einem Fachmann überlassen, wenn man handwerklich nicht versiert ist.
Bengt-Göran Pripp ist Versuchstechniker bei SMP in Alnarp und hat sich mit dem Test beschäftigt.
„Die Toilette ist einfach anzuschließen. Man benötigt lediglich einen Schutzkontaktstecker. Und bei einem Einbau in ein ehemaliges Außenklo lassen sich mit relativ wenig Aufwand Löcher für Kaminrohr und Ventilation freisägen. Etwas schwieriger gestaltet sich dagegen der Einbau in Bereichen, bei denen isolierte Wände oder Decken umgebaut werden müssen. Das sollte dann von einem Fachmann erledigt werden.“

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Aufbau der Toiletten. Foto: Anna Sigge

In puncto Leistung wurde verglichen, wie effektiv die Toiletten Fäkalien und Urin verbrennen konnten. Hierfür wurden mehr oder weniger anspruchsvolle Nutzungsfälle simuliert – vom Kaltstart bis zu einer simulierten Warteschlage mit bis zu sechs Personen. Der Test zeigte: Das Cinderella-Modell wies eindeutig die effektivste Verbrennung auf. Bei mehreren Testmodellen ergaben sich in den anspruchsvolleren Testfällen Probleme bei der Verbrennung. Bei der Cinderella hingegen fanden sich keine unverbrannten Reste. Der Energieverbrauch pro „Spülung“ liegt im Schnitt bei etwa 1,5 kWh. Eines muss jedoch berücksichtigt werden: Die Toiletten saugen bei der Verbrennung sehr viel Luft an, was sich auf das Raumklima auswirken kann. Auch hier unterscheidet sich die Cinderella Comfort von den anderen Toiletten. Bei diesem Modell wird die Außenluft verbraucht und so das Raumklima nicht verändert.

Bei der Bewertung der Sicherheit stellte das Laborteam bei allen getesteten Toiletten mehr oder weniger beachtliche Mängel fest. Besonders betroffen sind davon die Toiletten von Toamoa, Separett und Incinolet. Diese Produkte verfügen über eine technische Lösung, bei der sich der Spülvorgang betätigen lässt, während man auf der Toilette sitzt. Beim Spülvorgang öffnet sich die Brennklappe. Dabei besteht das Risiko, mit offenem Feuer in Kontakt zu kommen, sowie ein „theoretisches“ Risiko, heiß gewordene Komponenten zu berühren. Bei denselben Toiletten fehlt außerdem eine Sperrfunktion, die verhindert, dass der Brennvorgang startet, wenn der Aschebehälter fehlt.

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Temperaturmessung am Aschenbehälter. Foto: Anna Sigge

Trotz der festgestellten Sicherheitsmängel erfüllen sämtliche Toiletten die Anforderungen der CE-Kennzeichnung. Da kann man sich als Verbraucher fragen, wie es eigentlich um die Zuverlässigkeit der CE-Kennzeichnung bestellt ist.
Bengt-Göran Pripp von SMP drückt es diplomatisch aus:
„Es steht uns nicht zu, die CE-Kennzeichnung zu kommentieren. Dafür sind die Hersteller zuständig. Unsere Aufgabe ist, die Toiletten anhand eines gewissen Standards zu prüfen. Dabei haben wir auch diese Risiken entdeckt. Natürlich wird das Risiko kleiner, wenn sich alle an die Gebrauchsanleitung halten. Es lässt sich aber nicht von der Hand weisen, dass eine offene Brennkammer für jemanden mit leicht entflammbarer Kleidung ein gewisses Risiko birgt.“

Testfakta Research
23 April 2014

 

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Bewertung der Anzeige. Foto: Anna Sigge

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Angaben zum Test

Testfakta Research hat im Auftrag der Fritidstoa AB einen Vergleichstest an elektrischen Verbrennungstoiletten im Labor durchgeführt.

Beim Labortest wurde schwerpunktmäßig Folgendes untersucht:

 

  1. Aufbau
  2. Benutzerfreundlichkeit
  3. Leistung
  4.  Sicherheit

Ausführliche Angaben zur Durchführung des Tests und der Testabläufe sowie zur Zusammensetzung der Gesamtbewertung können Sie hier lesen.

 

Elektrische Verbrennungstoilette

Bei einer elektrischen Verbrennungstoilette werden Urin, Kot und Toilettenpapier (Abfälle) bei hohen Temperaturen verbrannt. Bei der Verbrennung werden die Abfälle auf eine Temperatur von etwa 600 °C aufgeheizt. Die Rauchgase gelangen durch ein Abgasrohr nach draußen. Die für die Verbrennung erforderliche Sauerstoffzufuhr erfolgt entweder über die Raumluft oder von außen. Zur Gewährleistung der Sauerstoffzufuhr und der Rauchgasableitung sind die Toiletten mit einem Lüfter ausgestattet. Die bei der Verbrennung anfallende Asche wird in der Brennkammer (Aschebehälter) aufgefangen. Die Verbrennung ist effektiv und die Ascherückstände halten sich in Grenzen.

Angaben zum Test

Testfakta Research hat im Auftrag der Fritidstoa AB einen Vergleichstest an elektrischen Verbrennungstoiletten im Labor durchgeführt.

Beim Labortest wurde schwerpunktmäßig Folgendes untersucht:

 

  1. Aufbau
  2. Benutzerfreundlichkeit
  3. Leistung
  4.  Sicherheit

Ausführliche Angaben zur Durchführung des Tests und der Testabläufe sowie zur Zusammensetzung der Gesamtbewertung können Sie hier lesen.

 

Elektrische Verbrennungstoilette

Bei einer elektrischen Verbrennungstoilette werden Urin, Kot und Toilettenpapier (Abfälle) bei hohen Temperaturen verbrannt. Bei der Verbrennung werden die Abfälle auf eine Temperatur von etwa 600 °C aufgeheizt. Die Rauchgase gelangen durch ein Abgasrohr nach draußen. Die für die Verbrennung erforderliche Sauerstoffzufuhr erfolgt entweder über die Raumluft oder von außen. Zur Gewährleistung der Sauerstoffzufuhr und der Rauchgasableitung sind die Toiletten mit einem Lüfter ausgestattet. Die bei der Verbrennung anfallende Asche wird in der Brennkammer (Aschebehälter) aufgefangen. Die Verbrennung ist effektiv und die Ascherückstände halten sich in Grenzen.